Intel bringt DDR4-CPUs zurück: Gigabyte bestätigt 2027

Gigabyte veröffentlicht BIOS-Updates für B760- und H610-Boards und bestätigt damit neue Intel-Prozessoren mit DDR4-Support für Anfang 2027.

Totgesagte leben länger: Intel dürfte Anfang 2027 neue Desktop-Prozessoren für den älteren Sockel LGA1700 auf den Markt bringen, die weiterhin mit günstigem DDR4-Arbeitsspeicher laufen. Offiziell angekündigt hat Intel die Chips zwar noch nicht. Doch der Mainboard-Hersteller Gigabyte hat als erstes Unternehmen offen Firmware-Updates dafür veröffentlicht und nennt auch einen Zeitraum: Die neuen Prozessoren sollen „Anfang 2027“ erscheinen.

Was Gigabyte bestätigt

Gigabyte hat BIOS-Updates für seine gesamte Palette an Mainboards mit den Intel-Chipsätzen B760 und H610 bereitgestellt, und zwar für DDR4- wie für DDR5-Modelle. Beide Chipsätze gehören zum Sockel LGA1700 und kamen laut heise Anfang 2022 beziehungsweise Anfang 2023 auf den Markt. Wer ein solches Board besitzt, muss laut Gigabyte nur das neue BIOS einspielen und kann später den neuen Prozessor einsetzen. Ein neues Mainboard oder neuer Speicher ist nicht nötig. Gigabyte sieht sich außerdem als ersten Hersteller, der alle B760- und H610-Modelle abdeckt.

Ganz neu sind die Updates nicht. Laut TechPowerUp verteilte Gigabyte die Firmware bereits vor der Pressemitteilung, ohne viel Aufhebens darum zu machen. Das Board B760 Gaming X AX erhielt zum Beispiel am 29. September das BIOS F18. Im Änderungsprotokoll stehen ein Microcode-Update für die CPU und die „Vorbereitung auf die Unterstützung kommender Prozessoren“.

Welche Prozessoren kommen?

Genau das verrät Gigabyte nicht. Die Pressemitteilung nennt weder Namen noch technische Daten, und Intel selbst hat für den Sockel noch nichts angekündigt. Der Zeitpunkt passt aber zu Gerüchten, die seit Monaten kursieren: Unter dem Codenamen „Raptor Lake Next“ soll Intel die Raptor-Lake-Technik der 13. und 14. Core-Generation ein weiteres Mal auflegen, laut Notebookcheck womöglich als Core-2000-Serie. Erste Berichte dazu gab es schon auf der Computermesse Computex im Juni, damals allerdings ohne genannte Quellen.

Wie stark die Chips werden, ist ebenso offen. Laut heise war auf der Computex von einem Modell mit acht Performance- und acht Effizienzkernen (8P+8E) die Rede, was etwa einem Core i7-13700 entsprechen würde. Auch TechPowerUp berichtet von Hinweisen auf einen solchen Chip. Zu den Taktfrequenzen gibt es keine Angaben. Bestätigt hat Intel davon nichts, alle Details sind daher mit Vorsicht zu genießen.

Eine Lücke bleibt: Mainboards mit den Chipsätzen Z790, Z690 und B660 erwähnt Gigabyte in seiner Mitteilung nicht. Ob für sie ebenfalls Updates folgen, ist unklar. TechPowerUp rechnet damit, dass andere Mainboard-Hersteller bis zum Marktstart nachziehen.

Warum DDR4 plötzlich wieder gefragt ist

Der Grund für die Wiederbelebung heißt Speicherkrise. Arbeitsspeicher ist seit Monaten deutlich teurer geworden, und laut heise kostet DDR5 trotz des allgemein hohen Preisniveaus immer noch etwa doppelt so viel wie vergleichbare DDR4-Module. Wer bereits DDR4-Riegel im PC hat, spart sich mit einem neuen LGA1700-Prozessor also den teuersten Teil eines Upgrades.

Intels aktuelle Desktop-Serie Core Ultra 200 (Arrow Lake) für den Sockel LGA1851 läuft dagegen nur mit DDR5. Dabei ist sie inzwischen preislich attraktiv: Der Core Ultra 7 270K Plus mit 8 Performance- und 16 Effizienzkernen ist laut heise seit Längerem für unter 300 Euro zu haben. Auch die nächste Generation Nova Lake soll laut TechPowerUp auf einen neuen Sockel LGA1954 wechseln und ebenfalls nur DDR5 unterstützen. Laut Notebookcheck hatte Intel-Manager Robert Hallock schon im August die Nachfrage nach DDR4-tauglichen Systemen als Grund genannt, LGA1700-Chips noch jahrelang anzubieten.

Für wen sich das lohnt

  • Besitzer eines B760- oder H610-Boards mit schwächerem Prozessor könnten 2027 aufrüsten, ohne Board und Speicher zu tauschen. Das passende BIOS gibt es schon jetzt auf der Support-Seite von Gigabyte. Einspielen sollte man es nur nach Anleitung des Herstellers und mit stabiler Stromversorgung.
  • Sparsame Neukäufer von Büro- oder Einsteiger-Gaming-PCs könnten von einer günstigen DDR4-Plattform profitieren. Laut heise müsste Intel die neuen Chips dafür aber wirklich sehr günstig anbieten.
  • Wer viel Leistung will, wartet eher auf die neuen Architekturen: Im High-End stehen 2027 laut heise AMDs Zen 6 und Intels Nova Lake an. Nova Lake soll mit einem besonders großen Cache erstmals AMDs X3D-Prozessoren beim Spielen ernsthaft Konkurrenz machen.

Unsere Einschätzung

Neue Prozessoren auf Basis einer Technik, die schon einige Jahre alt ist, klingen wenig aufregend. In Zeiten teurer Speicherpreise ist ein Upgrade ohne neues Board und ohne neuen RAM aber ein echtes Argument, gerade für Büro- und Familien-PCs. Entscheidend werden Preis und Takt: Kosten die neuen Chips kaum weniger als ein Core Ultra 7 270K Plus, bleibt der Vorteil klein. Bis Intel die Prozessoren offiziell vorstellt, gilt: abwarten, das BIOS aber schon einmal aktuell halten.

Quellen

Hinweis: Dieser Artikel wurde mit KI-Unterstützung erstellt und redaktionell geprüft.

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