Apples AirPower als Schreibtisch: Dieser Tisch schickt die Ladespule zum Handy

HTX Studio hat Apples gescheiterte AirPower-Idee als Schreibtisch nachgebaut: Eine Kamera ortet das Handy, Motoren fahren die Ladespule darunter.

Handy irgendwo auf den Tisch legen, und es lädt einfach. Genau das hatte Apple 2017 mit der Ladematte AirPower versprochen und nie geliefert. Ein virales YouTube-Short des Kanals von Victor Haisch zeigt jetzt einen Schreibtisch, der dieses Versprechen auf eigene Faust einlöst – mit einem cleveren Trick statt hunderter Ladespulen. Hinter dem Projekt steckt laut mehreren Tech-Medien der YouTube-Kanal HTX Studio. Den Namen nennt das Short allerdings nicht. Wir haben uns angesehen, wie der Tisch funktioniert und was an den Aussagen im Clip dran ist.

Warum Apples AirPower scheiterte

Apple stellte AirPower im September 2017 gemeinsam mit dem iPhone X vor. Die Matte sollte mehrere kompatible Geräte gleichzeitig laden, egal wo auf der Fläche sie liegen. Im März 2019 zog Apple die Reißleine. Hardware-Chef Dan Riccio erklärte damals, AirPower werde „unsere hohen Standards nicht erreichen“, und entschuldigte sich bei wartenden Kundinnen und Kunden. TechCrunch berichtete damals unter Berufung auf eigene Informationen, die eng beieinanderliegenden Ladespulen seien zu heiß geworden. Offiziell bestätigt hat Apple das nie.

Der Trick: Die Spule kommt zum Handy

HTX Studio hat das Problem umgedreht. Statt die ganze Tischfläche mit Spulen zu bestücken – laut dem Erbauer wären dafür rund 600 Stück nötig gewesen – gibt es eine einzige Ladespule, die unter der Tischplatte herumfährt. Eine Kamera über dem Tisch erkennt, wo das Handy liegt, und schickt die Position an die Mechanik. Hackster.io beschreibt das System als Zwei-Achsen-Antrieb, ähnlich wie bei einem Stiftplotter. Schrittmotoren treiben Gewindespindeln an, gesteuert wird das Ganze von einem Arduino. Wie genau die Kamera das Handy erkennt, hat HTX Studio laut Hackster nicht offengelegt.

Der erste Prototyp funktionierte zwar, hatte aber genau die Probleme, die auch das Short beschreibt: Die Motoren waren zu langsam, und die mitfahrenden Kabel verhedderten sich. Laut Dexerto baute der Erbauer deshalb schnellere Motoren und ein Kabeltrommel-System ein, das die Leitungen beim Verfahren ordnet. Rund zwei Monate dauerte das Projekt laut TechSpot insgesamt.

Mehr als ein Ladegerät

Was den Tisch so absurd und sehenswert macht, sind die Extras. Die Tischplatte ist ein transparentes Display. Legt man ein Handy ab, erscheint eine animierte Katze, die der Spule bis unter das Gerät folgt. Laut den Berichten von TechSpot und Dexerto kann der Tisch außerdem:

  • Aufgaben anzeigen: Man trägt morgens seine To-dos ein, erledigte Punkte werden markiert.
  • ans Aufstehen erinnern: Sitzt man rund eine Stunde, leuchtet der Tisch auf. Ein Button fährt den elektrisch höhenverstellbaren Tisch auf eine gespeicherte Steh-Höhe.
  • ans Trinken erinnern: Ein Elektromagnet an der beweglichen Mechanik zieht einen passenden Becher stündlich zum Nutzer.
  • die Tastatur laden: Fährt die Spule in ihre Ausgangsposition, lädt sie über eine Empfangsspule die Tastatur.
  • als Computer dienen: Ein eingebauter Mac mini macht den Tisch mit einem Monitor zum vollwertigen Arbeitsplatz.

Seinen Namen trägt das Projekt mit einem Augenzwinkern: „Air Power Pro Max Ultra Plus“. Laut Dexerto hatte der Erbauer neun Jahre auf Apples Original gewartet.

Was im Short stimmt – und was fehlt

Inhaltlich deckt sich das Short weitgehend mit den Berichten von TechSpot, Dexerto, Hackster.io und The Verge. Kamera, bewegliche Spule, langsamer erster Prototyp, Kabelmanagement, Stehtisch-Erinnerung, Wasserbecher und Mac mini sind dort beschrieben. Ein paar Punkte sollte man aber ergänzen:

  • Der Fokus-Modus „blockiert“ das Laden nicht pauschal. Laut TechSpot startet er einen 25-Minuten-Timer. Nimmt man das Handy vorher in die Hand, lädt der Tisch es nach dem Zurücklegen nicht mehr.
  • Die bewegliche Spule kann nicht mehrere Geräte an verschiedenen Stellen gleichzeitig laden. Sie fährt nacheinander von Gerät zu Gerät, laut The Verge haben Handys dabei Vorrang. Für weitere Geräte gibt es zwei fest verbaute Spulen in einer Ecke.
  • Es handelt sich um ein Bastelprojekt eines YouTube-Kanals. Von einem kaufbaren Produkt oder einem Verkaufsstart ist in keinem der Berichte die Rede.

Was die Idee für den Alltag bedeutet

Der Tisch löst ein Problem, das viele kennen: Kabelloses Laden klappt nur, wenn das Handy richtig auf der Spule liegt. Hackster-Autor Cameron Coward schreibt, er habe Wireless Charging genau deshalb aufgegeben, weil er wegen schlechter Ausrichtung zu oft mit fast leerem Akku aufgewacht sei. Eine Spule, die sich per Kamera selbst ausrichtet, umgeht das elegant. Für den Massenmarkt ist der Aufwand aus Kamera, Linearmechanik, transparentem Display und Steuerung aber enorm. Als Machbarkeitsstudie zeigt das Projekt dennoch, dass Apples Grundidee mit einem anderen technischen Ansatz durchaus umsetzbar ist – wenn auch im Format Schreibtisch statt Ladematte.

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Quellen

Hinweis: Dieser Artikel wurde mit Unterstützung von KI erstellt und redaktionell geprüft.

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