Elon Musk will jedem US-Kind eine SpaceX-Aktie schenken

Elon Musk kündigt an, nächstes Jahr jedem Kind in den USA eine seiner SpaceX-Aktien zu schenken – rund 10,5 Milliarden Dollar. Details fehlen noch; im Gespräch sind die neuen „Trump Accounts“.

Elon Musk will Aktien seines Raumfahrtunternehmens SpaceX an Kinder verschenken, und zwar an alle in den USA. Was zunächst nach Gerücht oder Satire klingt, stimmt tatsächlich: Am Montag, 19. Oktober 2026, kündigte der SpaceX-Chef auf X an, im kommenden Jahr jedem Kind in Amerika eine seiner SpaceX-Aktien zu schenken. Der Haken: Bisher gibt es nur die Ankündigung. Wie, wann genau und über welchen Weg die Aktien bei den Kindern landen sollen, hat Musk nicht verraten.

Was Musk angekündigt hat

Die Ankündigung kam in Form eines kurzen Beitrags auf X, der Plattform, die Musk selbst gehört. Sinngemäß schreibt er: Nächstes Jahr werde er jedem Kind in Amerika eine seiner SpaceX-Aktien geben, und das sei „das erste von vielen“ solchen Geschenken. Im Original lautet der Beitrag: „Next year, I will give one of my SpaceX shares to every kid in America. This will be the first of many.“ Bis Dienstagvormittag hatte der Beitrag laut X-Statistik über 30 Millionen Aufrufe und mehr als 550.000 Likes.

https://x.com/elonmusk/status/2112089556615123114

Weitere Details lieferte Musk nicht. Der US-Sender CNBC fragte bei SpaceX und Musks Family Office nach, eine Antwort lag zunächst nicht vor. Die Nachrichtenagentur AP weist darauf hin, dass die Ankündigung nur einen Tag nach jener von Anthropic kam: Der KI-Entwickler hatte am Sonntag angekündigt, 5 Prozent seiner Anteile in einen neuen Gemeinwohlfonds einzubringen.

Um wie viel Geld geht es?

Die Größenordnung ist beachtlich. Laut US-Volkszählungsbehörde lebten am 1. Juli 2025 rund 72 Millionen Kinder unter 18 Jahren in den USA. Beim Schlusskurs der SpaceX-Aktie vom Freitag, 16. Oktober, von 146,03 US-Dollar ergibt das nach Berechnung von CNBC einen Gesamtwert von etwa 10,5 Milliarden Dollar. Für jedes einzelne Kind wären es also rund 146 Dollar, umgerechnet etwa 125 Euro, je nach Kursentwicklung bis zur Übergabe mehr oder weniger.

Für Musk selbst wäre das ein überschaubarer Teil seines Vermögens: Laut einer SEC-Meldung vom August hält er rund 4,8 Milliarden SpaceX-Aktien, inklusive noch nicht unverfallbarer Aktienzuteilungen und Optionen sind es 6,4 Milliarden. Das entspricht einem wirtschaftlichen Anteil von 48,4 Prozent. 72 Millionen Aktien wären somit gut 1,5 Prozent seines direkten Bestands.

Der mögliche Weg: „Trump Accounts“

Wie die Aktien verteilt werden sollen, ist offen. Laut Bloomberg Law hat Musk aber grundsätzlich zugestimmt, die Aktien über sogenannte „Trump Accounts“ zu verteilen. Das sind staatlich geförderte Investmentkonten für Kinder, die mit dem US-Steuergesetz des Vorjahres eingeführt wurden. Rechtlich handelt es sich um eine spezielle Form des Pensionskontos (IRA). Seit Anfang Oktober 2026 eröffnet das US-Finanzministerium für jedes berechtigte Kind unter 18 Jahren mit gültiger Sozialversicherungsnummer automatisch ein solches Konto, laut Weißem Haus sind das knapp 70 Millionen.

Auch Brad Gerstner, Gründer des Investmentfonds Altimeter Capital und der Initiative Invest America, die hinter den Trump Accounts steht, brachte die Konten auf X als Verteilweg ins Spiel. Er feierte die Ankündigung als größtes philanthropisches Geschenk der Geschichte.

Die Regeln sind kompliziert

Ganz so einfach dürfte die Umsetzung nicht werden. Die seit 30. September 2026 geltenden vorläufigen Vorschriften des Finanzministeriums sehen zwar vor, dass auch Aktien in die Kinderkonten eingebracht werden dürfen, allerdings unter Bedingungen. Unter anderem:

  • Spenden dürfen nur von einer Behörde oder einer gemeinnützigen Organisation kommen. Musk müsste die Aktien also vermutlich zuerst einer Stiftung übertragen.
  • Jedes Kind der begünstigten Gruppe muss den gleichen Betrag erhalten.
  • Das Finanzministerium muss jede Aktienspende nach eigenem Ermessen genehmigen und berücksichtigt dabei auch die Kosten für Übertragung und Verwaltung.
  • Die Aktien dürfen grundsätzlich fünf Jahre lang nicht verkauft werden, bzw. bis zum Ende des Jahres, in dem das Kind 17 wird, je nachdem, was früher eintritt.

Dazu kommt eine weitere Hürde, auf die das Finanzportal Bitterfool hinweist: Die Regeln schließen sogenannte „restricted securities“ aus, also Aktien, die nicht über ein öffentliches Angebot erworben wurden. Laut dem Börsenprospekt zum SpaceX-Börsengang im Juni gelten aber alle schon vorher ausgegebenen Aktien, auch jene von Musk, als solche. Ob und wie sich das lösen lässt, ist offen. Musk könnte die Aktien theoretisch auch direkt verschenken, dann wäre allerdings ein ganz anderer, aufwendigerer Weg nötig.

Einschätzung

Die Meldung ist also kein Fake: Elon Musk hat das Aktiengeschenk an alle US-Kinder tatsächlich angekündigt. Es handelt sich aber bisher um ein Versprechen in einem einzigen Social-Media-Beitrag, nicht um ein beschlossenes Programm. Weder der genaue Zeitpunkt noch der Verteilweg noch die rechtliche Konstruktion stehen fest. Musk hat in der Vergangenheit auch schon Ankündigungen gemacht, die später anders oder gar nicht umgesetzt wurden. Ob aus der Ankündigung tatsächlich 72 Millionen Aktien in Kinderdepots werden, zeigt sich frühestens 2027. Kinder in Österreich und anderen Ländern gehen jedenfalls leer aus, die Ankündigung bezieht sich ausdrücklich nur auf die USA.

Quellen

Hinweis: Dieser Artikel wurde mit KI-Unterstützung erstellt und redaktionell geprüft.

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