Kann der Tesla jetzt wirklich fliegen?

Kurzantwort: Ein bisschen – für ein paar Sekunden. Das Video, in dem ein weißer Tesla von einer Rampe abhebt, sich in der Luft dreht und sanft landet, ist echt. Es stammt von Teslas Präsentation des neuen Roadster am 15. Oktober 2026 in Texas und wurde live vor Publikum gezeigt. Ein Flugauto im Sinne von „abheben und zur Arbeit fliegen“ ist der Wagen aber nicht.

Welches Video gemeint ist

Tesla stellte die zweite Generation seines Roadster am Donnerstagabend Ortszeit vor, in Österreich war es da bereits Freitag gegen 3 Uhr früh. Schauplatz war das Raketentestgelände von SpaceX in McGregor bei Waco. Den bekanntesten Ausschnitt veröffentlichte Elon Musk eine Stunde nach Beginn des Livestreams, am 16. Oktober um 3:57 Uhr unserer Zeit, auf X: ein 15-sekündiger Clip mit dem Satz „Turns out the future does have flying cars“ – die Zukunft hat also doch fliegende Autos. Bis Samstag zählte X mehr als 67 Millionen Aufrufe.

https://x.com/elonmusk/status/2110913107094606330

Tesla selbst hat die Szene als offiziellen Clip „The Ramp“ auf YouTube gestellt, dazu den Sprung „The Kickflip“ und die komplette Aufzeichnung der Veranstaltung.

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Was im Video passiert

Der Roadster fährt eine mehrstöckige, nach oben überhängende Rampe hinauf und klebt dabei kopfüber an der Fahrbahn. Möglich macht das laut Tesla ein Gebläse im Unterboden, das Luft unter dem Auto absaugt und so genug Anpressdruck erzeugt, um den Wagen sogar im Stand verkehrt herum zu halten. Am oberen Ende verlässt das Auto die Rampe, Düsen an der Seite drehen es in die richtige Lage, nach unten gerichtete Düsen bremsen den Fall. Der Roadster landet in einer weißen Gaswolke und fährt davon. Beim zweiten Kunststück springt der Wagen aus der Fahrt über eine Reihe anderer Teslas, darunter Cybertruck und Semi, und dreht sich dabei einmal um die Längsachse.

Die Technik: Druckluft statt Raketentreibstoff

Auch wenn viele Medien von „SpaceX-Raketen“ sprechen: Tesla nennt die Antriebe Kaltgasdüsen. Laut Entwicklungschef Lars Moravy sind zehn solche Düsen mit Drucktanks verbunden, die rund 600 Liter komprimierte Luft fassen und wieder befüllt werden können. Verbrannt wird dabei nichts. SpaceX nutzt solche Düsen seit Jahren, um Raumfahrzeuge auszurichten. Musk hatte so ein „SpaceX-Paket“ schon 2018 angekündigt und damals geschrieben, die Düsen würden einen Tesla „vielleicht sogar fliegen lassen“.

Echt oder CGI?

Für eine Computeranimation gibt es keine Hinweise. Die Vorführung lief live, Gäste standen vor Ort, Reuters, The Verge, TechCrunch und die BBC berichteten übereinstimmend. Musk betonte laut BBC selbst, man brauche ein Publikum, um zu beweisen, dass das Ganze „keine KI“ sei. Offene Fragen bleiben trotzdem:

  • Kein Mensch an Bord: Laut Fortune saß nur eine Puppe im SpaceX-Raumanzug im Auto; der Wagen fuhr autonom, aus Sicherheitsgründen, wie Musk sagte.
  • Nur Sekunden in der Luft: Gezeigt wurden kurze Sprünge, kein längerer Flug. Wie lange oder wie weit der Roadster in der Luft bleiben kann, sagt Tesla nicht.
  • Vorführwagen, kein Serienauto: Laut Road & Track behauptet Tesla nicht, dass die Demo-Fahrzeuge der Serienversion entsprechen.
  • Patentlage: Ein kurz vor der Präsentation erteiltes Tesla-Patent beschreibt nur das Gebläse für mehr Anpressdruck – von Flug oder Düsen steht darin nichts.

Wer kann so einen Roadster kaufen?

Tesla bietet den Roadster in drei Versionen an. „Performance“ ist laut Tesla für die Straße gedacht, hat zwei Sitze und das Gebläse, aber keine Düsen. „Thrust“ hat zusätzlich Kaltgasdüsen am Heck und soll in unter einer Sekunde von 0 auf 60 Meilen pro Stunde (knapp 97 km/h) beschleunigen. Nur die einsitzige Version „Rocket“ hat alle zehn Düsen und kann laut Tesla kurz fliegen. Sie ist nur auf Einladung erhältlich und nicht für öffentliche Straßen zugelassen. Für die Reservierung verlangt Tesla 50.000 bzw. 250.000 US-Dollar, Endpreise gibt es noch nicht. Die Produktion soll 2028 starten, nach mehreren Verschiebungen seit der ersten Präsentation 2017. Die US-Luftfahrtbehörde FAA erklärte laut Fortune, das Fahrzeug erfülle nicht die Definition eines Luftfahrzeugs.

Unsere Antwort auf die Titel-Frage

Kann der Tesla jetzt wirklich fliegen? Ein Vorführwagen konnte vor Publikum abheben, sich drehen und kontrolliert landen. Das ist eine beeindruckende Ingenieursleistung, kein Fake. Ein alltagstaugliches Flugauto ist es aber nicht: Die Flugfähigkeit gibt es nur in einer Sonderversion ohne Straßenzulassung, die Flugzeit beträgt Sekunden, und bis zur Auslieferung dauert es mindestens bis 2028. Musks Ankündigung, künftig etwa über den Snake River Canyon zu springen, ist bisher nur das: eine Ankündigung.

Quellen

Hinweis: Dieser Artikel wurde mit KI-Unterstützung erstellt und redaktionell geprüft.

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