Kurze Antwort: nein. Gleich zwei Meldungen der vergangenen Wochen klingen aber danach. Ein Forschungsteam hat erstmals Radiosignale empfangen, die eindeutig von einem Planeten außerhalb des Sonnensystems stammen. Und ein chinesisches Team berichtet von einem rätselhaften Funkton aus Richtung eines Sterns mit einer möglicherweise lebensfreundlichen Supererde. Mit Außerirdischen hat beides nach heutigem Stand nichts zu tun.
Signal 1: Polarlichter in 64 Lichtjahren
Ein Team um Kevin Ortiz Ceballos vom Center for Astrophysics | Harvard & Smithsonian hat den Gasriesen Beta Pictoris b zwischen Februar 2025 und Mai 2026 viermal mit dem Radioteleskop MeerKAT in Südafrika beobachtet. Der Planet ist rund zwölfmal so massereich wie Jupiter und etwa 64 Lichtjahre entfernt. Das Teleskop fing kurze, wiederkehrende Radioausbrüche zwischen 0,85 und 3,5 Gigahertz auf.
Knifflig war die Frage nach der Herkunft: Von der Erde aus gesehen steht der Planet höchstens rund eine halbe Bogensekunde neben seinem Stern. Mit fernen Quasaren als Referenzpunkten ordneten die Forschenden die Quelle dem Planeten zu und schlossen den Stern mit hoher statistischer Sicherheit aus.
Die Ausbrüche sind stark zirkular polarisiert. Das spricht laut Studie für Elektronen-Zyklotron-Maser-Strahlung: Elektronen rasen an Magnetfeldlinien entlang und senden dabei Radiowellen aus. Solche Strahlung kennt man aus den Polarlichtzonen der Erde und der Riesenplaneten. Aus der höchsten gemessenen Frequenz folgt ein Magnetfeld von mindestens 1,25 Kilogauß, die erste direkte Messung der Magnetfeldstärke eines Exoplaneten. Zum Vergleich: Das Erdmagnetfeld liegt an der Oberfläche unter einem Gauß. Die Studie ist bisher ein noch nicht begutachteter Preprint.
Signal 2: Ein rätselhafter Ton aus Richtung K2-155
Die zweite Meldung stammt aus China. Forschende um Zi-Qi Li von der Beijing Normal University haben Beobachtungen des 500-Meter-Radioteleskops FAST von 33 Planetensystemen aus dem Jahr 2021 neu ausgewertet. Ein KI-gestütztes Verfahren siebte aus 139.127 Detektionen zunächst 803 Kandidaten heraus, am Ende blieben zwei auffällige Signale. Eines davon war schon früher als Störung entlarvt worden.
Das andere kam aus Richtung K2-155, eines roten Zwergsterns in rund 238 Lichtjahren Entfernung mit drei bekannten Supererden; die äußere kreist nahe der lebensfreundlichen Zone. Das Signal bei 1148,4167 Megahertz war extrem schmalbandig, driftete langsam in der Frequenz und tauchte nur in dem Empfangsstrahl auf, der auf den Stern gerichtet war. Genau nach solchen Merkmalen sucht die SETI-Forschung.
Dann kamen die Haken: Der Ton zeigte sich nur in einem von zwei Polarisationskanälen, und ähnliche Signale traten in derselben Beobachtungssitzung auch bei drei anderen Sternen auf. Die Autoren halten eine irdische oder technische Störquelle deshalb für wahrscheinlicher. Sie führen das Signal nur als Kandidaten mit niedriger Priorität, nicht als Nachweis.
Woran man Technik erkennen würde
Natürliche Radioquellen strahlen meist über einen breiten Frequenzbereich, so wie Beta Pictoris b, dessen Ausbrüche laut Studie ein flaches, breites Spektrum haben. Technische Sender bündeln ihre Energie dagegen oft auf eine winzige Frequenz. Solche Signale erzeugen aber auch Satelliten, Flugfunk und andere Sender auf der Erde sowie die Teleskop-Elektronik selbst. Das Finden ist deshalb nicht mehr das größte Problem, sondern das Überprüfen, schreiben die FAST-Forschenden.
Die ehrliche Antwort
Aliens haben wir nicht gehört. Womöglich aber zum ersten Mal das Polarlicht eines fremden Planeten, samt Messung seines Magnetfelds. Laut den Autoren kommen sieben weitere direkt abgebildete Riesenplaneten in fünf Systemen infrage, sobald Radioteleskope der nächsten Generation fünf- bis siebenmal empfindlicher sind. Dazu zählt das Square Kilometre Array, das in Südafrika und Australien entsteht. Für die Suche nach Leben ist das relevant: Ob ein Planet seine Atmosphäre halten kann, hängt auch von seinem Magnetfeld ab.
Quellen
- arXiv – Ortiz Ceballos, Berger, Cendes: Discovery of radio emission from the exoplanet β Pictoris b (Preprint, September 2026): https://arxiv.org/abs/2609.16720
- Forschung und Wissen – Von einem Exoplaneten in 64 Lichtjahren kommen erstmals Radiosignale (24.09.2026): https://www.forschung-und-wissen.de/nachrichten/astronomie/von-einem-exoplaneten-in-64-lichtjahren-kommen-erstmals-radiosignale-133713101
- VOL.AT – Forscher empfangen Radiosignale von fremdem Planeten (23.09.2026): https://www.vol.at/forscher-empfangen-radiosignale-von-fremdem-planeten/10487759
- arXiv / The Astronomical Journal – Li et al.: A Wavelet-Integrated Search Pipeline for Narrowband Technosignatures in FAST Observations of 33 Exoplanet Systems (Version vom 18.09.2026): https://arxiv.org/abs/2605.23739
- The Brighter Side of News – Comprehensive planetary search detected an unexplained radio signal from K2-155 (04.10.2026): https://www.thebrighterside.news/post/comprehensive-planetary-search-detected-an-unexplained-radio-signal-from-k2-155-238-light-years-away/
Hinweis: Dieser Artikel wurde mit KI-Unterstützung erstellt und redaktionell geprüft.




