Kann SpaceX eine ganze Rakete aus der Luft fangen?

Den Booster hat SpaceX schon dreimal gefangen, die ganze Rakete noch nie. Beim nächsten Starship-Flug soll erstmals auch die Oberstufe im Turm landen.

Kurzantwort: Die halbe Rakete schon, die ganze noch nie. Den riesigen Booster der Starship-Rakete hat SpaceX bereits dreimal mit Greifarmen am Startturm aufgefangen. Beim nächsten Testflug, frühestens im November, will das Unternehmen erstmals auch die Oberstufe fangen. Gelingt das, wäre zum ersten Mal eine Orbitalrakete vollständig geborgen. Ob es klappt, kann heute niemand seriös vorhersagen, nicht einmal Elon Musk.

Was Musk angekündigt hat

Die Ankündigung kam fast nebenbei: Bei der Vorstellung der Quartalszahlen am Dienstagabend sagte SpaceX-Chef Musk, dass Flug 15 von Starship „nächsten Monat“ beide Stufen zurück zum Turm bringen soll. Es wäre „das erste Mal, dass eine Orbitalrakete vollständig geborgen wird“. Musk sprach von einem „tiefgreifenden technologischen Meilenstein“. Er räumte aber ein: „Erfolg ist bei diesen ersten Flügen nicht garantiert, aber ich würde sagen, es ist wahrscheinlicher, dass es beim nächsten Flug klappt, als nicht.“

https://x.com/SpaceflightNow/status/2112645623430193201

Einen genauen Termin nannte Musk nicht. Laut NASASpaceFlight.com ist frühestens der 8. November vorgesehen, vorher müssen Booster und Oberstufe noch ihre Triebwerkstests absolvieren. Laut SpaceNews braucht SpaceX außerdem noch die Genehmigung der US-Luftfahrtbehörde.

Wie fängt man eine Rakete?

Starship ist die größte und stärkste Rakete, die je gebaut wurde: über 120 Meter hoch, bestehend aus dem Booster Super Heavy und der Oberstufe, die SpaceX „Ship“ nennt. Statt auf Landebeinen aufzusetzen, sollen beide Teile direkt zum Startturm zurückfliegen. Dort fangen zwei riesige Arme, von SpaceX „Chopsticks“ genannt, also Essstäbchen, die Rakete noch in der Luft auf.

Beim Booster funktioniert das bereits. Erstmals gelang der Fang am 13. Oktober 2024 bei Flug 5, insgesamt laut Space.com bisher dreimal in 14 Testflügen. Die Oberstufe hat SpaceX dagegen noch nie zu fangen versucht. Sie ist deutlich schwieriger, weil sie höher, weiter und schneller fliegt als der Booster und aus der Umlaufbahn zurückkehren muss.

Was beim letzten Flug passiert ist

Flug 14 am 28. September war ein Erfolg mit Schönheitsfehlern. Erstmals erreichte die Oberstufe eine Umlaufbahn und setzte 26 Starlink-Satelliten der neuen dritten Generation aus. Weil sich ein Triebwerk zu früh abschaltete, verkürzte SpaceX die geplante zehnstündige Mission laut The Verge aber auf rund drei Stunden. Booster und Oberstufe gingen im Meer nieder und wurden nicht geborgen. Den Triebwerksausfall führte Musk laut NASASpaceFlight.com auf einen Softwarefehler zurück.

Gab es nicht schon das Space Shuttle?

Fast. Das Space Shuttle gilt laut NASA als erstes wiederverwendbares Raumfahrzeug: Der Orbiter landete wie ein Flugzeug, die Feststoffbooster wurden aus dem Atlantik gefischt und aufbereitet. Der große Außentank war aber laut NASA das einzige Bauteil, das nicht wiederverwendet wurde. Auch heute ist nur ein Teil wiederverwendbar: Bei Falcon 9 und Falcon Heavy landen die Booster, die Oberstufen gehen laut Space.com verloren. Eine Orbitalrakete, die komplett zurückkommt, gab es tatsächlich noch nie.

Warum das so wichtig ist

Raketen wegzuwerfen ist, als würde man ein Flugzeug nach jedem Flug verschrotten. Erst wenn alle Teile schnell wieder abheben können, werden Starts wirklich billig. SpaceX will so die Kosten für Starlink-Satelliten, KI-Rechenzentren im All und Flüge zum Mars drücken. Musk hat laut Space.com sogar mehr als 10.000 Starship-Starts pro Jahr bis 2030 als Ziel genannt. Zum Vergleich: Für den Startplatz in Texas sind laut NASASpaceFlight.com derzeit 25 Starts pro Jahr genehmigt, die Behörde prüft gerade eine Ausweitung auf bis zu 456.

Einschätzung

Kann SpaceX eine ganze Rakete aus der Luft fangen? Technisch ist es plausibel: Den Booster fängt SpaceX bereits, und die Rückkehr der Oberstufe bis zur Wasserlandung hat das Unternehmen schon geübt, zuletzt bei Flug 14. Bewiesen ist es erst, wenn beide Stufen in den Armen hängen. Termine verschieben sich in der Raumfahrt oft, und auch Musk rechnet mit einem möglichen Fehlschlag. Klappt der Doppelfang, wäre das aber tatsächlich ein historischer Moment für die Raumfahrt.

Quellen

Hinweis: Dieser Artikel wurde mit KI-Unterstützung erstellt und redaktionell geprüft.

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