Ein Minion als bester WLAN-Router? Was hinter dem Hype um „Kevin wirklich steckt

Der Minions-Router „Kevin“ geht viral. Hinter dem Spielzeug-Look steckt echtes Wi-Fi 6E – mit starker Nahbereichs-Leistung, aber Abstrichen.

Er ist gelb, trägt Schutzbrille und sieht aus wie ein Spielzeug aus dem Kinderzimmer: Der „Minions Kevin“ ist derzeit einer der meistdiskutierten WLAN-Router im Netz. Auch der YouTuber Marius Fuxs fragt in einem aktuellen Short, warum ausgerechnet dieser Router als einer der besten am Markt gefeiert wird. Die kurze Antwort: Hinter der Figur steckt tatsächlich ordentliche Wi-Fi-6E-Technik. Die lange Antwort hat ein paar Einschränkungen, die man vor dem Kauf kennen sollte.

Wie ein X-Post den Hype auslöste

Den Stein ins Rollen brachte der Hardware-Entwickler Charles Lohr, im Netz als „cnlohr“ bekannt. Am 22. September 2026 schrieb er auf X, die Leute hielten den Minions-Router für einen Witz. Er habe ihn aber ausgiebig getestet, und er sei einer der besten Wi-Fi-6E-Router, die man für Geld kaufen könne. Laut GameStar und ModemGuides erreichte der Beitrag binnen kurzer Zeit mehrere Millionen Aufrufe.

https://x.com/cnlohr/status/2102253575275532314

Die Folgen: Laut ModemGuides war der Direktbestand bei Amazon in den USA innerhalb etwa eines Tages ausverkauft, auch GameStar meldet beide Minions-Router als vergriffen. Cybernews zitiert einen Nutzer, dem zufolge sich der Amazon-Preis zwischenzeitlich ungefähr verdoppelt hat. Spannend dabei: Neu ist das Gerät nicht. Die Minions-Router wurden bereits auf der CES 2024 gezeigt.

Was in Kevin steckt

Hersteller ist die südkoreanische Netzwerkfirma Davolink, die das Design offiziell von Universal lizenziert hat. Gefertigt wird laut ModemGuides in Vietnam. Technisch ist Kevin (Modell AXE-5400) ein ganz normaler Router der Mittelklasse:

  • Wi-Fi 6E mit drei Bändern: 2,4, 5 und 6 GHz
  • AXE5400-Klasse, also bis zu rund 5,4 Gbit/s theoretische Gesamtbandbreite über alle Bänder
  • Kanalbreiten bis 160 MHz
  • ein 2,5-Gbit/s-WAN-Port und ein einzelner Gigabit-LAN-Port, kein USB
  • WPA3, Router-, Access-Point-, Repeater- und Mesh-Modus
  • Mesh-Kopplung mit dem kleineren Minion „Bob“

Wichtig für Schnäppchenjäger: Bob ist nicht einfach ein kleinerer Kevin. Er funkt laut GameStar nur mit Wi-Fi 6 auf 2,4 und 5 GHz, und sowohl WAN als auch LAN sind auf 1 Gbit/s begrenzt.

Was die Tests sagen

Die wichtigste unabhängige Messung stammt von RTINGS.com. Die Tester bescheinigen Kevin „beeindruckende Spitzengeschwindigkeiten“ auf 5 und 6 GHz, die Reichweite sei dagegen „unauffällig“. Mit zunehmender Entfernung sinkt das Tempo spürbar. RTINGS empfiehlt ihn deshalb vor allem für Wohnungen und kritisiert die knappe Ausstattung an LAN-Ports. Außerdem funktioniert die beworbene Mesh-Fähigkeit nur mit Bob. Laut Cybernews vergibt RTINGS insgesamt 7,8 von 10 Punkten und hebt die Eignung für kabelloses PC-VR hervor. GameStar berichtet, RTINGS sehe Kevin im direkten Vergleich mit dem TP-Link Archer AXE75 bei Tempo und Reichweite sogar vorne.

Genau das VR-Szenario beschreibt auch ein Erfahrungsbericht auf dem Blog „Aboleth’s Deep Dives“. Der Autor nutzt Kevin als eigenen Router für die Meta Quest 3. Dank 160-MHz-Kanal auf 6 GHz habe sich seine Verbindungsrate von 1.200 auf 2.400 Mbit/s verdoppelt.

Der Faktencheck zum Short

Im Großen und Ganzen liegt das Short richtig: Wi-Fi 6E, hohe Geschwindigkeit auf kurze Distanz und nur durchschnittliche Reichweite decken sich mit den Tests. Ein Detail ist aber falsch: Die Rede ist von „2400 Bits pro Sekunde“. Gemeint sind offensichtlich 2.400 Megabit pro Sekunde, also die Verbindungsrate zwischen Endgerät und Router. 2.400 Bit pro Sekunde wären Modem-Tempo aus den frühen Neunzigern. Richtig ist der Hinweis im Clip, dass es sich nicht um die Internetgeschwindigkeit handelt. Die hängt vom Anschluss ab. Die Behauptung, der Router werde in „Dutzenden Videos“ gefeiert, konnten wir nicht überprüfen. Auch das „super Preis-Leistungs-Verhältnis“ hängt vom Zeitpunkt ab: Der Blogger hat seinen Kevin im März 2025 für 129 US-Dollar gekauft, seit dem Hype schwanken die Preise deutlich. Ob und zu welchem Preis das Gerät in Österreich und Deutschland regulär erhältlich ist, geht aus den Quellen nicht hervor.

Für wen lohnt sich Kevin?

Sinnvoll ist der Minion-Router vor allem für kleinere Wohnungen, als eigener Router für kabelloses PC-VR oder für alle, die ohnehin ein 6-GHz-fähiges Endgerät besitzen oder einen Internetanschluss mit mehr als 1 Gbit/s ausreizen wollen. Wer ein großes Haus mit mehreren Stockwerken versorgen will, viele Geräte per Kabel anschließen muss oder Profi-Funktionen wie VLANs sucht, ist laut ModemGuides mit klassischen Routern besser bedient. Und Achtung: Verlangt ein Wiederverkäufer das Doppelte, ist laut ModemGuides ein aktueller Wi-Fi-6E- oder Wi-Fi-7-Router eines etablierten Herstellers die bessere Wahl. Fest steht trotzdem: Hinter dem Minion steckt mehr als ein Merchandise-Gag.

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Quellen

Hinweis: Dieser Artikel wurde mit Unterstützung von KI erstellt und redaktionell geprüft.

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